Main Menu
| Sommer, Urlaub und 3 Kids |
|
|
|
| Reisen | |||
| Written by Ivonne | |||
| Thursday, 04 January 2007 11:52 | |||
|
Nachdem unser Kurztrip so gut klappte, beschlossen wir, uns gleich auf einen Langtrip zu begeben, naja, 10 Tage, was einem aber sehr viel länger erscheinen kann, wenn man 3 Kids im Auto hat Wir planten, die großen Seen zu besuchen und Lake Michigan zu umfahren. Also suchte ich alle mögliche Informationen heraus, war aber besorgt über die Länge der Fahrzeit. Georg meinte, das geht sich locker aus, plan nur mal. Gesagt getan, ich plante und packte und bereitete alles vor. Am Tag vor der Abreise, alles in Koffern, Kiddies im Bett, ich mit Lillian stillender Weise schon eingedöst, kommt Georg vom Computer und meint: nein, wir können da nicht hin, zu viele Meilen! Hä? Also brachen wir am nächsten Tag frohgemut und kurzentschlossen auf in Richtung Süden, um uns die Küste der Carolinas, so werden North (NC) und South Carolina (SC) bezeichnet, sowie die Outer Banks, die North Carolina vorgelagerte Inselgruppe, anzusehen. Vor allem auf die Outer Banks freute ich mich sehr, da ich die schon seit 10 Jahren, seit ich ein Buch darüber gelesen hatte, sehen wollte. Am ersten Tag fuhren wir ca 4h Richtung Südosten bis Columbia, NC. Die Kids waren relativ friedlich, Lillian forderte ihre Schmatzpausen, Alexander sah sich Harry Potter auf DVD an (die ganzen 4h !) und Tristan unterhielt uns zwischendurch mit Gesang, Geschrei und Gebrabbel. Am Abend gingen wir noch nett essen (nett bedeutet: ein Kinderlokal, wo wir mit 3 evt. grantigen und lärmenden Kids nicht auffallen), noch einkaufen und dann ab ins Hotel. - - - Am nächsten Tag gings weiter nach Charleston, SC, unserem ersten Höhepunkt. Übrigens- die Reiseschwerpunkte erarbeiteten wir sozusagen on the go, mit Reiseführern im Auto und Hotel..... In Charleston besuchten wir Magnolia Gardens, eine der Reisplantagen, für die die Stadt früher bekannt war und obwohl wir uns schon einiges erwarteten, waren wir doch sprachlos vor Begeisterung (außer Tristan, der ist nie sprachlos...). Die Plantage selbst erforschten wir von Bord eines Bootes aus, das uns durch die ehemaligen Reisfelder brachte. Ein Führer beschrieb uns unaufdringlich und witzig was wir sahen und zeigte uns ein Fülle von Tieren und nahezu unberührte Natur. Er wies uns darauf hin, dass sich auf dem Gebiet der Plantage etwa 200 Alligatoren befänden, genau könne man es nicht sagen, da sie dort ja wild leben und nichts eingezäunt ist. Natürlich war Alexander hellauf begeistert und wollte gleich einen sehen, aber der Führer erklärte, dass diese vornehmlich im Frühjahr und Herbst jagen würden, und dazwischen irgendwo versteckt schliefen. Das war Georg und mir recht Alexander schaute etwas enttäuscht, Tristan auch, nicht weil er Alligatoren mag, sondern weil er Alexander alles nachmacht, und Lillian war es herzlich egal! Wir sahen Wasserschlangen, Störche, Herons, auch den selteneren Blue Heron, Schildkröten und jede Menge anderer Wasservögel. Danach besuchten wir den Auburn Swamp Garden (ein Moorgarten), eines meiner persönlichen Highlights. Seht euch unbedingt die dazugehörigen Fotos in unserer Fotogallerie an der Ort ist wirklich verwunschen. Knorrige Bäume ragen aus dem morastigen, teilweise mit grünem Algenbelag bewachsenem schwarzen Moorwasser, da und dort eine Orchidee in kräftigen Farben, wieder Wasservögel, Schildkröten, Moskitos. Man kann das Moor auf extra angelegten Stegen, die unauffällig in die Landschaft eingefügt sind, begehen und wird darauf aufmerksam gemacht, dass man sich in der Natur befindet, nicht in einem Freizeitpark. Es war wirklich eindrucksvoll - die sagenhafte Hitze trug nur zum Gesamterlebnis bei. Tristan musste mit Lillian in den Doppelkinderwagen (glaubt mir - in einem Moor kann man ihn nicht frei laufen lassen) den Georg schweißüberströmt schob ich musste ja Fotos machen ... und Alexander lief sehr interessiert mit (es könnte ja noch wo ein Alligator auftauchen...). Es wurde auch auf Schildern gewarnt, dass man Wildtieren begegnen könnte, aber Georg und ich waren uns einig: wo sie Amis frei laufen lassen, das muss sicher sein! So lachten wir dann gemeinsam über ein Schild, auf dem in lustiger Weise erklärt wurde, wie man sich verhält, wenn man einem Alligator gegenübersteht und dass man den Vorfall dann melden solle - dem Alligator würde dann seine Kuchenration gekürzt. Wir spazierten weiter und lachten noch eine Zeitlang darüber, da fiel uns ein, dass wir das Schild hätten fotografieren sollen. Alexander nahm den Fotoapparat und lief zurück. Kaum war er um die Wegbiegung verschwunden, höre ich ein gewaltiges Platschen neben mir im Wasser. Ich drehe mich zur Seite und was sehe ich? Einen riesigen Alligator, fast schwarz, ca. 8 m lang. All das fiel uns erst etwas später auf. Zuerst machte ich, was jede vernünftige und beherrschte Mutter tut: ich schrie in Panik los, bezeichnete das nette Tierchen aber auf Anhieb richtig (wer sich noch erinnert: bei meiner ersten Alligator Sichtung in Florida war ich sprachgeschädigt genug um das arme Vieh als Krokodil zu bezeichnen - aber was fällt einem in dem Schreck schon ein), sagte noch ein paar Sachen, die ich nun wegen der Familienfreundlichkeit des Berichtes nicht wiederholen möchte und brüllte Georg an, dass er sofort Alexander holen sollte. Der lief auch gleich los, von der anderen Seite kam ein amerikanisches Pärchen gerannt, die gleich wissen wollten, ob wir einen Alligator gesehen hätten (oder warum kriescht die komische Deutsche so rum - aber sie waren zu höflich das zu sagen) und ich führte auch gleich das Biest vor- das mittlerweile Verstärkung von 2 kleineren gekriegt hatte. Wir standen dann noch ziemlich lange da und beobachteten die 3 Alligatoren, nachdem Georg und Alexander wieder sicher bei uns waren und ärgerten uns gemeinsam darüber, dass die Batterie unseres Fotoapparates ausgegangen war ... der perfekte Moment für so was!!!! - - - Am Abend beschlossen wir in Charleston zur Feier des Tages Alligatorschwänze essen zu gehen (ätsch, ihr blöden Viecher!) d.h., Alexander wollte unbedingt welche probieren und wir waren auch etwas neugierig. Wir gingen zu einem relativ bekannten Fischrestaurant. Wie üblich in den USA, muss man bei Restaurants warten, bis ein Sitzplatz frei wird. Wir bekamen einen Pieper, lungerten mit vielen anderen vor dem Lokal auf der Straße rum und beobachteten die Charlestonians - und viele Touristen. Nach ziemlich genau den uns angetragenen 45 min piepte das Piepserl unser Tisch war bereit. Wir packten alles zusammen (Kinderwagen, Wickeltasche etc., da beugte sich Tristan in Zeitlupentempo nach vor und erbrach sich auf die Straße, direkt vor dem Eingang ins Lokal! Natürlich hatte er unser Mitleid aber ganz ehrlich: was für ein timing! Hätte er das nicht 45 min früher machen können? Wir drehten also um und machten uns auf dem Weg ins Hotel. Tristan war nicht groß beeinträchtig, aber wirkte etwas müde und schlief auch im Auto sofort ein. Wir hielten unterwegs bei Mc Doof, irgendwas mussten wir ja essen und und kaum waren wir im Hotel, wachte Tristan auf, hatte einen Bärenhunger und aß Alexanders Portion auf! - dann war der natürlich immer noch hungrig, so gaben wir ihm auch noch unsere wie es sich gehört, und wir Eltern gingen mal wieder hungrig ins Bett. Das Schlafarrangement muss auch noch erwähnt werden. Wir nahmen Zimmer mit 2 Betten und steckten die Jungs in eines und schliefen mit Lillian im anderen je nach Größe der Betten unterschieden wir: Rückenbrecher, Steifmacher und Rollbetten, das sind die, wo man immer in die Mitte rollt was mit Baby nicht so günstig ist. Normalerweise sah es so aus, dass Georg und ich uns verzweifelt an den Betträndern festklammerten und Lillian gemütlich mit ausgestreckten Ärmchen und Beinchen in der Mitte Hof hielt... - - - Am nächsten Tag gings weiter die Küste rauf bis Muriels Inlet, unmittelbar vor dem überlaufenen Ferienort Myrtle Beach. Den wollten wir uns zwar ansehen, aber keinesfalls dort bleiben und wir hatten absolut recht. Myrtle Beach ist unbeschreiblich touristenüberfüllt, laut, schmutzig, gefährlich. Dafür, dass es so ein toller Ferienort sein soll, waren wir enttäuscht. Wir machten einen netten Pierspaziergang und gingen dann mit den Kiddies Minigolfspielen. Die Anlagen in Myrtel Beach übertreffen sich gegenseitig. Alexander wählte eine mit blauem Wasserfall und der Attrappe eines abgestürzten Flugzeuges darin. Wir hatten jede Menge Spaß mit unserem mitgebrachtem Handicap, genannt Tristan. Die Vorgabe: schieß bevor Tristan den Ball erwischt! Lillian war im Baby Björn an mich geschnallt und auch wenn es reine Angabe ist ich muss unbedingt erwähnen, dass ich trotzdem gewann, mit Baby am Bauch und Tristan auf der Ferse (aber ok, das Problem hatten alle...). Am nächsten Tag fuhren wir noch ein paar Meilen zurück - da wir von einer Überraschung für die Kinder erst dann gelesen hatten: In Georgetown gingen wir an Bord eines Piratenschiffes, ein altes Segelschiff, dessen Besatzung wie Piraten gekleidet waren und diese Rolle auch während der 2h Ausfahrt beibehielten! Alexander bekam ganz große Augen und vom coolen Heranwachsenden blieb nur mehr das staunende Kind übrig ... es war wirklich lustig. Die Piraten teilten die Kids sofort ein um beim Segeln zu helfen lernten ihnen Piratensprache usw. Einer der Piraten näherte sich Tristan sah uns fragend an- ob der arme Kleine sich auch nicht fürchtet (da kennt er ihn aber schlecht) und nachdem wir ihm zunickten, brüllte er ihm in Piraten-Manier AAAYYYY! ins Gesicht. Tristan riss die Augen auf, strahlte vor Begeisterung heller als die Sonne und brüllte sofort zurück: AAAAAYYYYY!!!!!!!!! Und damit war unser kleiner Pirat geboren! Den restlichen Urlaub mussten wir uns von ihm an-AYYY-en lassen. Auf dem Schiff bereute der Pirat wohl bald seine Idee, denn in Folge, jedes Mal, wenn die Piraten sich etwas zuriefen, oder drohten oder brüllten, antwortete Tristan mit kräftigem AY!, was die bösen Piraten etwas aus der Fassung und immer wieder zum Lachen brachte. Auch Alexander kam voll auf seine Rechnung. Neben den Hilfstätigkeiten beim Segeln, erzählten die Piraten Geschichten von echten Piraten, die in dieser Gegend ja bekanntermaßen sehr vertreten waren und ernannten die Kids dann zu Hilfspiraten. Sie zogen sie so sehr in ihren Bann, dass Alexander den Kapitän tatsächlich fragte, ob er Jack Sparrow kenne den Piraten aus dem Film Pirates of the Carrabian (er hatte gerade Teil 2 gesehen und weiß sehr wohl, dass alles nur ein Film ist- er kennt sogar Johnnie Depp, den Schauspieler aus anderen Filmen und mag ihn sehr). Sogar Lillian war begeistert, denn ich machte mir Sorgen ob der Hitze und stillte sie fast die ganzen 2h. Das war ein glückliches Mädchen, sag ich euch! - - - Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach Wilmington, NC, immer an der Küste entlang. Die Fahrzeiten von knapp 2h waren kein Problem für die Kiddies, da wir sie so legten, dass Tristan seinen Morgen/Mittagsschlaf im Auto machen konnte und Alexander Harry Potter auf DVD schaute (wer sich wundert: er hatte alle 4 Folgen mit, plus Bonusmaterial, etwa 10-12h). Somit umgingen wir auch meist die heißeste Zeit des Tages. Bei Wilmington besuchten wir die USS North Carolina, ein altes Kriegsschiff aus dem 2. Weltkrieg. Es war unglaublich heiß an Bord, aber natürlich wollte Alexander jeden Winkel erforschen. Es ging auf und ab, enge Treppen auf 9 Stockwerken und das bei 40° im Schatten. Ich hatte wieder Lillian rumgeschnallt, Georg trug Tristan der sonst zuviel Blödsinn anstellt - kurz gesagt, wir verloren etwa 5 Liter Schweiß und 3 Kilo Fett, aber wir haben alles gesehen. Es war auch wirklich interessant, was es alles an Bord gab, angefangen von Wäschereien, über einem Kino, eine eigene Postversandstelle und mehrere Küchen etc. Alexander war wieder mal begeistert, Tristan nicht so, da er nicht in die Maschinen klettern durfte, nicht mal in die ganz Große mit den vielen Rädchen und Schaltern ... - - - Am nächsten Tag gings weiter bis Morehead City. Dort sahen wir uns die Enklaven der Reichen an traumhafte Strandhäuser direkt auf den Dünen zum Atlantik, der uns schon gefällt, wenngleich es nicht unser Pazifik ist. Es war schon relativ spät, bis wir endlich ein Motel fanden, das uns (und unserer Geldbörse) zusagte, als wir loszogen um ins Outback zu gehen ein australisches Steakhouse, das wir vorher gesehen hatten, und das unsere geliebten gebackenen Champignons hat. Gleichzeitig drohte der Himmel seine Schleusen für die Mutter aller Gewitter zu öffnen und wir hofften das Lokal noch vorher zu erreichen. Georg machte wohl etwas mehr als hoffen jedenfalls sehe ich plötzlich blaue Lichter hinter uns aufblitzen und denk mir noch: oh, das sieht aber Nahe aus ... als schon die Polizeisirene losgeht ... wir fahren also ran und ein Officer kommt zu unserem Fenster spaziert. Wir grüßen freundlich und er erklärt grinsend, dass es nicht so klug wäre in der 35 Meilen Zone mit 45 mph an einem Polizeiwagen vorbeizuziehen ... Georg gab sehr echt den zerstreuten Professor (der er ist), und erklärte, dass er dachte es wären 45 Meilen erlaubt und er hätte das Polizeiauto nicht gesehen die Kids hätten gebrüllt (yeah, right, die waren mucksmäuschenstill) jedenfalls hatte der Officer ein Einsehen und ließ uns ziehen. Trotzdem wird das Georg in Zukunft jede Menge Fahr langsamer, denn weißt du noch-s? von mir einbringen ... hehehe. - - - Am nächsten Tag besuchten wir das North Carolina Aquarium indem man wie bei den meisten Aquarien hier auch Tiere wie Haie, Rochen, Seesterne, Muränen usw. in flachen Becken angreifen kann. Alexander und ich machten das auch und Tristan erkannte zum ersten Mal, dass es lustig ist, Fische zu beobachten. Er lief von einem Glasfenster zum anderen und plötzlich war er weg! 3 panische Min später fand ich ihn am Flachwasserbecken kniend, wie er sich bemühte einen Hai anzugreifen. Nachdem ich mir aber nicht sicher war, ob er diesen wirklich vorsichtig am oberen Kopf berühren würde und ihm nicht einen Schlag auf die Nase versetzen würde (das übt er ja an Lillian), unterbrach ich dieses Vorhaben lieber. Danach legten wir noch einen Strandabend ein. Tagsüber war es viel zu heiß und mit Baby undenkbar und was Tristan so von der Hitze hält, wussten wir ja inzwischen. Eigentlich war nur ein kurzer Ausflug von Georg mit den Buben an den Strand geplant, während ich Lillian im Auto stillte aber was soll ich sagen- beide Buben (ok, alle 3) kamen patschnass (in ihren Kleidern) und äußerst zufrieden zurück! - - - Am nächsten Tag brachen wir dann zu den Outer Banks auf. Dazu mussten wir mit einer Fähre 2h über den Atlantik rausschippern. Allein die Fahrt durch das flache Land mit unzähligen Brücken über die Sümpfe und Moore, wäre die ganze Reise wert gewesen. Wir kamen schon restlos begeistert bei der Fähre an und hatten das Glück sofort als letztes Auto noch draufzudürfen. Die Fahrt auf der Fähre war interessant und hat uns an Griechenland erinnert. Tristan wollte herumsausen, was er drinnen auch durfte, Alexander langweilte sich ein bisschen, Lillian war hungrig und durfte trinken, und uns gefiel es! Dann endlich waren wir auf der ersten Insel der Outer Banks, die wir allerdings nicht lange genossen, da wir am anderen Ende der Insel noch auf eine weitere Fähre mussten um noch mal 30 min weiter zu schippern, was uns dann nach Hatteras Island brachte. Dort sieht es genau so aus wie ich mir vorgestellt hatte, Sanddünen und alte Schindel-Strandhäuser, von Wind und See verwittert, das ursprüngliche Schwarz schon fast grau, trotzig auf Stelzen auf den Dünen trohnend. Wir fanden ein nettes Motel und ein tolles Restaurant für den Abend. Bunt gemischtes Publikum, das Warten mit einem Eistee in der Hand auf der Terasse zum Meer raus so lässt sichs gut gehen. Alexander verspeiste glücklich Shrimp (gibts en masse und werden einem fast nachgeschmissen - er hatte sie im Kindermenü!), Georg probierte einen Mahi Mahi und ich zum ersten Mal Crabcakes, Krabben. Es schmeckte sagenhaft - die Outer Banks sind bekannt für die Fischrestaurants, man kriegt kaum was anderes. Tristan aß von allen mit, aber vor allem von Georgs Salat - der Fratz liebt Salat über alles! - - - Am nächsten Tag schauten wir uns die Outer Banks etwas genauer an und stellten eindeutig fest, dass dies einer von unseren Lieblingsorten an der Ostküste werden wird. Wir planten, den Leuchtturm Hatteras Island zu besteigen eines dieser Unterfangen, die man sich immer romantisch vorstellt und später bereut. Ich machte mir Gedanken, ob es nicht für Lillian zu schwül und heiß werden würde - und wie Tristan das schaffen würde, aber Georg erklärte er würde beide (!!!) kleinen Kids tragen. Das wollte ich mir dann doch ansehen. Nun, wir kamen nicht dazu es zu bereuen, da uns die Security gar nicht mal reinließ. Kinder müssen selbst laufen können, sonst wäre es zu gefährlich. Außerdem waren die Temperaturen in den hohen 30ern und es sei furchtbar schwül im Turm, schon deshalb könnte man kein Kind mittragen. Nun gut, das wurde uns also erspart. Aber ich hätte Georg schon gerne mit den Kiddies gesehen :-) Der nördliche Teil von Hatteras Island ist ein bisschen touristenüberlaufen, auch Nags Head und Kill Devil Hills, die beiden Städte, aber auch da findet man noch kleine, ruhige Enklaven. Zu Nags Head: Nag ist ein umgangssprachliches Wort für Pferde (eher so wie Gaul), also Nags Head heißt Pferdekopf und zwar, weil früher die Inselbewohner Pferden Laternen an die Hälse banden und sie am Strand auf und ab führten. Von See aus sah das dann so aus, als würden Lichter auf Schiffen in einem Hafen auf den Wellen tanzen, und sie steuerten den vermeintlichen Hafen an. Unzählige von ihnen zerschellten dann an den zahllosen Klippen, die der Gegend den Namen Friedhof des Atlantik gegeben haben- und wurden dann von den Inselbewohnern ausgeraubt bzw beerbt. Bei Kitty Hawk befindet sich ein Gedenkmemorial für die Gebrüder Wright, die von den Hügeln aus ihre ersten Flugversuche starteten. Wir sahen uns das dazugehörige Museum an, aber gingen nicht zum Memorial selbst, nachdem uns ein Securityofficer darauf hinwies, dass die Außentemperaturen 40°C überstiegen hätten und wir mit Baby und Toddler nicht 20 min hügelauf laufen sollten. Das kannten wir ja schon vom Leuchtturm. J - - - Wir fuhren dann noch bis Elizabeth City wieder aufs Festland, um zu übernachten und am nächsten Tag noch mal zurück auf die Banks nach Roanoke Island, um uns Elizabeth II anzusehen, ein Schiff aus der Zeit der Siedler, nachgebaut und mit einer Besatzung, die wieder die alte Zeit nachspielte, in orginalgetreuer Kleidung und Sprache. Es war sehr interessant, nur Tristan fand es zu langweilig und wollte etwas zur Aufregung beitragen: Georg hielt ihn am Arm und plötzlich kam er auf die Idee sein Trinkbecherl mal Fliegen sehen zu wollen (zumindest stellen wir uns das als Erklärung vor), jedenfalls warf er es in hohem Bogen vom Schiff und krähte dabei begeistert! Wir schauten dann alle runter, wie das grün/blaue Becherl so im Meer vor sich hin dümpelte da kam Einer von der Besatzung auf die Idee, es wiederzuholen. Er seilte sich seemannsgetreu über die Bordwand ab um auf ein Holzfloß (wieder: zeitgemäß für 1900) zu gelangen und schob sich mit einem langen Stab näher an das fröhlich bobbelnde Trinkbecherl. Tristan feuerte ihn begeistert an, wir erklärten immer und immer wieder, dass das nicht nötig sein, das Becherl kostet bloß 3 USD (auch wenn uns der Umweltgedanke etwas betrübte ... es könnte ja ein Alligator daran ersticken ...) aber der Kapitän der Besatzung meinte, das wäre die lustigste Begebenheit des ganzen Sommers und wir sollten sie bitte weitermachen lassen! Also feuerten wir den tapferen Matrosen an, der tatsächlich das so unzeitgemäße Becherl in altmodischer Weise den alligatorverseuchten Gewässern entriss und unter tobendem Beifall wieder aufs Schiff kletterte und ja, wir mussten zugeben, es war wirklich amüsant! Nur für Tristan war die Botschaft nicht so gut, denn bei ihm blieb hängen: schmeiß mit Sachen rum und dann ist was los! Danach sahen wir uns noch den Freizeitpark an, der das Thema der ersten Siedler aufgriff und sprachen mit mehreren Schauspielern, die mit wirklicher Liebe am Detail die alte Zeit nachstellen. Alexander und Tristan durften eine Siedlerversion Boccia spielen und Georg vertiefte sich mit einem Mitglied in äußerst modernen politischen Diskussionen was aber ok war, da sonst niemand da war. J Wir genossen den Abend noch einmal in einem ausgezeichneten Fischrestaurant, im Freien sitzend und fuhren dann in 2 Tagen über Burlington und Greensboro - wo es eine Riesen-Mall (=Einkaufszentrum) gibt: also Shoppingpause! - quer durchs Landesinnere von North Carolina zurück nach Hause. - - -
Wieder ein Stück Amerika mehr gesehen.
|
|||
| Last Updated on Sunday, 04 February 2007 17:10 |








