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Kurzurlaub mit drei Kids PDF Print E-mail
Written by Ivonne   
Thursday, 29 June 2006

Wir haben unseren ersten Kurztrip hinter uns – 5 Tage Washington DC, Delaware, Maryland und ein bisschen Virginia-Küste. Georg war als Podiumsredner bei einer Veranstaltung in der österreichischen Botschaft eingeladen (Office for Science and Technology) ...

... und wir begleiteten ihn. Wir buchten ein Hotel, das sehr praktisch genau zwischen der Botschaft und dem Washington National Zoo lag – denn dorthin wollte ich mich auf einen ersten Allein-Ausflug mit den drei Kiddies wagen.

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Mittwoch planten wir so gegen 12 von zu Hause aufzubrechen ... aber diese Rechnung hatten wir ohne den Wirt (sprich: die Kids) gemacht. Lillian war am dauer-brüllen, (hilft der Mama sehr beim konzentrieren) Tristan stimmte zu und ein (danke!) und Alexander fragte alle 2 min wann wir denn fahren würden. Gegen 15:00 machten wir uns dann endlich auf die 4h Fahrt nach DC. Zum Glück waren die Kids so ausgepowert, dass sie erst mal schliefen. Alexander wurde durch Lillian in die dritte Sitzreihe verbannt, was ihm recht gut gefällt. Er nahm sich alle 4 Harry Potter-Filme mit, schaute sich jeden inklusive der special features auf den Fahrten an und das war dann auch so ziemlich das einzige worüber er die nächsten 5 Tage sprach...

Im Hotel bekamen wir erfreulicherweise sogar eine Suite (2 Zimmer, verbunden) zum gleichen Preis, der Nachtportier hatte wohl etwas Mitleid mit uns, als wir zu nachtschlafender Zeit mit 2 heulenden und einem verschlafenen Kind im Hotel einfielen.

abendsDie beiden Buben wurden dann zusammen in ein Bett verfrachtet, was in den folgenden Tagen jede Menge lustige Bilder gab, denn Tristan schläft mit dem gleichen Temperament, das er tagsüber an den Tag legt. morgensAlexander wurde getreten, ab- und mehrmals aus dem Bett gedrängt – und das alles von einem 19 Monate altem Sonnenscheinchen. Lillian machte sich zwischen Georg und mir breit, und das meine ich wörtlich.

Am nächsten Tag startete ich mit meinem großen Wagnis. Bepackt wie ein üblicher Mama-Esel stopfte ich Tristan vorne und Lillian hinten in den neu erworbenen Doppelkinderwagen und machte mich frohen Mutes auf in den ca 1 km entfernten Zoo. little princess1 km ist doch ein Klacks, vor allem wenn der ganze Weg aufwärts geht, der Kinderwagen das Gewicht eines Kleinelefanten hat (oder zumindest der Inhalt) und es 35° im nicht vorhandenen Schatten hat. ein klacksIm Zoo kamen wir bereits schweißgebadet an - nach 4 Trinkpausen, die Alexander noch so gerade auf den Beinen hielten – und erfuhren gleich mal, dass ich den Kinderwagen nicht in die Tierhäuser mitnehmen dürfe. Kein Problem, ausgerüstet wie ich war, schnallte ich Lillian in den mitgebrachten Baby-Björn, nahm Tristan an die Hand (was er nicht mag, er ist nun ein großer Bub, was sich daran zeigt, dass er laut brüllend davon wetzt, wenn man ihn an die Hand nehmen will) und schubste Alexander vor mir her. Der Zoo war wirklich schön. Wir sahen Elefanten, Affen, Hippos (Tristan war mehr an der Ameise am Zaun interessiert, als an dem Riesenvieh dahinter), jede Menge Reptilien (von denen Alexander besonders angetan ist) und auch Amazonien – ein nachgebauter Urwald, wirklich beeindruckend, nur dass da Tiere frei herumlaufen und man leise sein und Abstand halten soll – wer immer diese Vorschriften macht, kennt Tristan nicht!

Das Gebiet auf dem der Zoo angelegt ist, ist sehr hügelig, und die beschriebenen Temperaturen sind kein Witz. Noch dazu hatten wir eine Luftfeuchtigkeit von ungefähr 98% also Treibhaus-Gefühl. Nach etwa einer Stunde war ich klatschnass geschwitzt, sogar Tristan im Kinderwagen war völlig verschwitzt und die Trinkpausen verkürzten sich auf alle 15 min. Wir verbrachten trotzdem den ganzen Tag in der Brathitze (ich hatte Angst was die Kids im Hotel anstellen würden) und kehrten erst um 19:00 wieder ins Hotel zurück – der Heimweg dauerte eine volle Stunde, da wir ganz am anderen Ende des Zoos angelangt waren und dann wieder zurück rauf zum Eingang mussten – am müdesten waren meine Stimmbänder, mit denen ich die Kids bei Laune hielt ...

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Am nächsten Tag mussten wir noch mal zur Botschaft – Tristan braucht einen neuen Pass, Lillian möchte auch Österreicherin werden – und dann machten wir uns auf in Richtung Atlanik, nach Delaware. nachbauUnterwegs sahen wir noch Annapolis an – sehr interessant, Künstlergemeinde und ein sehr beeindruckender Jachthafen, der von den Einheimischen als „Ego-Alley“ bezeichnet wird, man lässt sich halt dort sehen wenn man was hat. Wir haben scheinbar nicht genug, denn wir konnten uns dort nicht mal einen Kaffee leisten – aber ein paar Fotos machten wir trotzdem.

genug ego?Wir übernachteten kurz vor der Küste in Rehoboth, einem sehr bekannten und völlig überlaufenen Ferienort - sehr interessant mal zu sehen.

Am Samstag sahen wir uns die allererste Stadt im ersten Staat der USA, Lewes  in Delaware, an. Lewes wurde 1631 von Holländern besiedelt und ist sogar für unsere (europäischen) Verhältnisse eine tatsächlich historische Stadt mit vielen erhaltenen oder originalgetreu restaurierten Gebäuden.lewis Später schlenderten wir ein bisschen über den bekannten Boardwalk in Rehoboth  und fuhren dann gegen Abend weiter die Küste entlang Richtung Süden zu einem geplanten Höhepunkt der Reise – der Chesapeake Bay Bridge und ihren Tunneln.Chesapeake Bay Bridge

Diese Brücke zählt zu den Seven Engineering Wonders of the Modern World. Sie ist 20 Meilen, also 32 km lang, 4-spurig und von 2 je etwa 1,6 km langen Tunneln unter dem Meer unterbrochen.

Wir kamen in der frühen Abenddämmerung dorthin und der Anblick dieses Bauwerkes ist wirklich atemberaubend. Die silberne Brücke vor dem weiten (in unserem Fall aufgewühlten) Meer – der Himmel gewitterverhangen – sicher ein absoluter Höhepunkt, nicht nur für meinen brückenbesessenen Mann und großen Sohn. Lillian hielt nicht soviel von der Brücke, mehr von meiner Bluse, also hielten wir vor der Auffahrt an einem Aussichtspunkt noch ein paar Minuten an, um die Fahrt dann ohne größeres Geschrei genießen zu können - und das haben wir dann auch.

Wieder am "Festland "angekommen übernachteten wir in der Nähe von Williamsburg - eine sehr bekannte Ausflugsstadt, nicht nur wegen dem riesigen Freizeitpark (Busch Gardens Europe), sondern wegen der historischen Bedeutung.  williamsburgWilliamsburg, Yorktown, und Jamestown werden als das Historic Triangle of Virginia bezeichnet und auch so vermarktet. Colonial Williamsburg ist ein lebendes Museum - man kann Häuser aus der Kolonialzeit besuchen, im Stadtgebiet umherwandern und mit den „Bürgern“ sprechen. Die Bürger spazieren in originalgetreuer Kleidung aus dieser Epoche herum und spielen Szenen aus der Zeit nach. Englische Soldaten führen Manöver durch, bei denen sehr echt aussehende und auch originalgetreue Kanonen abgefeuert werden (ihr hättet Tristan sehen sollen – er war furchtbar begeistert, dass jemand noch mehr Krach machen kann als er, und wollte sofort mitmachen – Alexander hielt sich die Ohren zu – und wir Tristan am Kragen zurück, der sich ins Gewimmel stürzen wollte). WilliamsburgDie Leute mit denen man spricht halten sich an die alte Sprache und geben vor nichts von der Neuzeit zu wissen - aber nach längerem Gequatsche plaudern sie doch ganz normal mit einem - sie sind ja auch neugierig was wir hier so machen - und wir sind nicht ganz sicher, ob wir die verspiegelte Sonnebrille eines Soldaten gelten lassen wollen - aber alles in allem ein sehr nettes und lustiges Erlebnis, wenn auch wieder bei ca. 95° Hitze genossen.

Gegen Abend machten wir uns dann auf die wieder ca. 4h lange Heimfahrt – mit Essens und Spielunterbrechungen für die großen Kids und Trinkunterbrechungen fürs Mäuschen.

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1600 km in 5 Tagen, wieder gut zuhause angekommen und einiges an Erlebnissen reicher.

Last Updated ( Sunday, 04 February 2007 )
 
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