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Hallo alle zusammen!

Auf vielfältigen Wunsch haben wir nun endlich eine Website gemacht, auf der ihr unsere mehr oder weniger wichtigen Neuigkeiten und Erlebnisse verfolgen könnt. Wir bitten euch nur, euch anzumelden, einfach mit (gültiger) e-mail Adresse, da wir teilweise doch private Ereignisse und Fotos veröffentlichen, und deshalb nicht in allen Kategorien unbeschränkten Zugriff auf unsere Seiten gewähren wollen. Alles ist stets im Auf- und Umbau begriffen, also schaut regelmäßig rein, wenn ihr nichts versäumen wollt ...

Michigan, Canada, Niagara Falls oder die Erzählung vom verlorenen Schuh PDF Print E-mail
Written by Ivonne   
Friday, 27 July 2007

trvls01Praktischer Weise hatte Georg wieder mal eine Konferenz im Sommer an einem gut mit dem Auto erreichbaren Ort - sodass wir mit konnten. East Lansing, Michigan ist etwa 9.5 h von hier, also kein Problem für US Verhältnisse und noch dazu sehr Nahe (5 h) an einem für uns noch weißen Fleck auf der persönlichen Landkarte – die Niagara Fälle.

Neun Stunden Fahrt an einem Tag ist hier zwar durchaus machbar, aber nicht gerade fair den beiden Kleinen gegenüber, also planten wir die Fahrt in 2 Tagen, mit Übernachtung in Columbus, der Hauptstadt von Ohio. Mit frühem Start am morgen war auch nichts, da Georg am Montagmorgen noch eine Besprechung im Büro hatte, also wurde es früher Nachmittag bis wir endlich aufbrechen konnten, das Auto wieder mal vollgepackt, die aufgeregten Kleinen in der 2. Reihe, der coole Große vorm DVD Player in der letzten Reihe. Dummerweise hatte ich Tristan von den Wasserfällen erzählt, die wir besuchen wollten, also fragte er alle 2 min: „Großes Wasser – hin ist?“ (Wohin ist es?) und wir mussten ihm versichern, dass es irgendwo vor uns läge, was ihn dann für volle 2 min beruhigte. Lillian ist eine geduldige Autofahrerin. Sie spielt fröhlich mit irgendwas in ihren Händen vor sich hin und plaudert gerne mit Tristan. Dieser fühlt sich regelmäßig als Unterhalter gefordert und findet auch ohne Zögern ständig neue Wege sie zu amüsieren und uns geplagte Eltern zu nerven, angefangen von plötzlich durchs Auto fliegenden Schnullern, Schuhen oder Essensresten bis zu plötzlich ausgestoßenem Tigergebrüll („Roooaaaaaarrrr!!!“), dem Lillian meist sofort folgt, mit ebenso furchterregendem Gebrüll, nur etwas höher in der Tonlage, ein bisschen leiser und gefolgt bei Gekicher („rooooaaaahh hihihi“), aber sie ist ja auch erst 1. 

Wir erreichten Columbus mit mehreren Pausen für die Kids ohne Schwierigkeiten und checkten uns in einem Hotel ein, welches wir wieder mal über priceline.com gebucht hatten – eine website, die einem die Möglichkeit gibt, für Hotelzimmer zu „bieten“ was man ausgeben möchte. Der Preis wird oder wird nicht (in dem Fall: neuer Versuch mit einigen Änderungen) von irgeneinem Hotel akzeptiert und dieses muss man dann nehmen. Wir hatten Glück und ein nettes Hotel in dem die Kinder wieder mal Sturm liefen um noch etwas Bewegungsdrang abzubauen. Georg setzte sich gleich zum Computer um seinen Vortrag für den übernächsten Tag zu beginnen - („beginnen“ ist in diesem Fall selbsterklärend). Lillian schläft problemlos in ihrem Reisebettchen, wenn sie denn will. Wenn sie nicht will, steht sie wieder auf und ruft uns vom Bettrand aus. Wenn wir sie ignorieren, pfeffert sie uns ihren Schnulli um die Ohren. Spätestens zu diesem Zeitpunkt lacht zumindest einer ihrer Brüder, die das Ganze natürlich schadenfreudig beobachten. Dann fühlt sich Lillian bestärkt und kichert auch gleich was sie nicht müder werden lässt. An diesem speziellen Abend hab ich bei 35 mal Niederlegen zu zählen aufgehört.

Am nächsten Tag fuhren wir weiter nach East Lansing, das unmittelbar neben Lansing, der Hauptstadt Michigans, liegt. (Hier eine kurze liebevolle Erwähnung von Georgs Großvater, der zu neugierigen Fragen, wohin er denn ginge immer mit „nach Michigan zum Michigansee fischen!“ geantwortet hat und uns heute noch damit amüsiert. ) Das Konferenzhotel war einfach zu finden – eine Riesenhütte am Universitätsgelände. Sehr nobel – wird auch von der Universität bezahlt – aber nicht zufriedenstellend in Kleinigkeiten – zB hatten wir Probleme eine Reisebett aufzustellen, so klein war das Zimmer. So schoben wir die beiden Doppelbetten (160cm breit - und Standardzimmer in Hotels hier in den USA) so weit es ging zu den Wänden und stopften das Bettchen dann dazwischen - ich gelobte möglichst wenig Zeit im Zimmer zu verbringen, da man sonst auf Schritt und Tritt über zumindest ein Kind fiel. Georg wandte sich wieder seinem Vortrag für den nächsten Tag zu und ich mich der Aufgabe, Lillian wieder hinzulegen. Wieder und wieder. (Schnulli stutz – Gekicher - das volle Programm).

Am Mittwoch brach Georg früh morgens zu seiner Konferenz im gleichen Hotel auf. Obwohl er sich auf Socken von Dannen schlich, wachte die Brut natürlich gestärkt von den paar Stunden Schlaf, die nach dem „Niederlegen“ noch übrig waren, auf und versammelten sich wie immer gerne in meinem Bett – auf mir. Damit kriegen sie mich am Schnellsten hoch. Ich fütterte die Bande gleich am Zimmer mit am Vortag gekauften Sachen ab, denn das Hotel war so teuer, dass ich dort ganz sicher nichts essen wollte – schon gar nicht mit nicht ganz „restaurantfähigem“ Gefolge. Dann packte ich die Taschen und stopfte sie samt Kids ins Auto um nach Lansing in den Zoo zu fahren, den ich bei meinen Internetrecherchen ausfindig gemacht hatte. DSC02507Alexander bekam die Aufgabe mitzuzählen, wie oft ich mich verfahre – der Zoo befindet sich in Lansings Innenstadt – und diese ist scheinbar komplett im Umbau begriffen, mit „Detour“ Schildern so weit das Auge reicht, aber wir kamen relativ problemlos im Zoo an und ich schob erleichtert den Doppelkinderwagen zwischen den ersten Tieren hindurch. Tristan und Lillian bekamen zum ersten mal einen Zoo in voller Wirkung mit. Beide waren so hellauf begeistert, dass ich fast nichts von den Tieren mitkriegte, weil sie so süß in ihrem sprachlosen Staunen waren. Mit offenen Mündern saßen sie im Wagen und starrten die Tiere an, Tristan immer mit einer Vermutung, was es denn für ein Tier sein könnte: Antilopen: „Kuh mit großen Hörnern“, Löwe: „ROOOOAAAAHR...“  „...roooaahhh...hihihi“, ein Strauß: „Vogel:grooooooß! Boah! Yikes!“,  Fische: „Goldfisch haben, hungrig bin!“ eine Schildkröte: „Angst! Will weiter“ (?),  Tiger: „ROOOA...“ - eh schon wissen. Mittags verspeisten wir typisches Ami-Essen: Hamburger und Pommes, denn bei solchen Attraktionen gibt es selten was anderes. Auch Lillian hat leider mittlerweile entdeckt, dass ihr Pommes sehr viel besser schmecken, als die komischen Gläschen die ich ihr verfüttern will.  Auch Alexander war sehr zufrieden mit dem Zoo - Zitat: „die sibirischen Tiger made my day!“ und während die Kids vor dem Zooeingang bei einem Spielplatz noch mal richtig tobten, kam auch Georg von seiner Konferenz um noch mit uns gemeinsam zum Abendessen zu gehen. 

Tags darauf wusste ich nicht recht was mit den Kids machen, denn Lansing hat nicht gerade viel Attraktionen, so machte ich die amerikanische Variante eines Kids-Tages. Ich ging mit ihnen zu Barnes und Noble – eine sehr bekannte amerikanische Buchkette, die eine tolle Kinderabteilung hat und dort eine Zugspielplatz für die Kleinen bereit hält. Tristan und Lillian schoben happy "Thomas the Tank Engine" durch Tunnel und über Brücken während Alexander mit glasigen Augen durch die Kinder/Jugendabteilung stromerte und sich wünschte, dass auch der neue Harry Potter schon draußen wäre. Auch so fand er natürlich genug Lesestoff in seinem Lieblingsgeschäft und Mittags ging ich mit allen zu Mc Donalds – nicht des Essens wegens, sondern wegen dem tollen Spielplatz – ein 2 stöckiges Spielkrabbelhaus, in das eigentlich keines unserer Kids dürfte, da sie erst ab 3 sind und Alexander die Größenvorschrift schon überschreitet - nichtsdestotrotz haben sich die Buben da ganz mächtig amüsiert. Tristan klettert ohne Rücksicht auf Verluste die höchsten Türme und Gänge ab und wenn er durch die röhrenartigen Rutschen nach unten saust, ruft er laut „Whhheeeeeeee!“ - was ganz praktisch ist, denn so kann ich ihn immer leicht orten. Nachmittags hatte Georg dann frei und wir gingen Minigolf spielen – es muss ja auch für den Großen was drin sein. Die Anlagen hier sind ganz exotisch angelegt, auch diese hier war toll, mit Wasserfällen, Bächlein und Leuchtturm - unser größtes Handicap war wieder mal Tristan („Tristan Ball haben!!!! Den Pinken! Blauer Ball! Mein Ball!“  Und natürlich erwähne ich auch diesmal ganz nebenbei, dass ich wieder mal gewonnen habe.  

Am Freitag fuhren wir weiter und verließen das erste Mal die Vereinigten Staaten von Amerika am Landweg - nach Canada. Der Grenzübergang nach Port Huron am Huronsee, einer der „Großen Seen“ wird nur von den Canadiern kontrolliert und ist relativ simpel. Zu Port Huron: wir fuhren kurz vom Freeway ab um eine Kleinigkeit zu essen und erwarteten ein Kaff, kamen aber in eine rege Kleinstadt mit sagenhaftem Hafen in dem vom Fischkutter bis zu Yacht alles vertreten war. Wir erfuhren dann bei unserem gemütlichen Essen auf der Terasse eines Lokales direkt am Kanal, dass dieses Wochenende eine Segelregatta stattfinden würde. War sehr nett für uns, so konnten wir die vielen Boote beobachten. Dann fuhren wir nach Canada bis nach Toronto hinein. Ontario, das Land, das wir durchfuhren, zählt zu den am dichtesten bebauten Gebieten Canadas – aber ganz ehrlich: wir können euch sagen: „In Canada ist kana da!“ Man kann locker eine Stunde fahren bevor das nächste Haus in Sicht kommt, und dann picken wieder gleich viele auf einen Haufen, was für uns unverständlich ist, bei all dem Land und all dem Platz!!! Sonst gefiel es uns sehr gut, abwechslungsreich, flach bis leicht hügelig, und sehr grün. Toronto ist anders: Als die 3. größte Stadt Canadas hat sie uns unheimlich gut gefallen. Schon die Einfahrt im Abendlicht war echt überwältigend. DSC02584Wenn man nach all der Einsamkeit plötzlich zwischen den Wolkenkratzern einfährt – rechts der Ausblick auf den Ontariosee (ein weiterer der Großen Seen) vorne die untergehende Sonne spiegelnd in den Türmen - wunderschön. Wir hatten nichts vorgebucht und probierten auf gut Glück ein Hotel zu ergattern – eigentlich wollte Georg im Internet ein Hotel auftreiben während ich die letzte Stunde fuhr, aber sein Handy konnte kein Highspeednetz in Canada aufbauen – zum Telefonieren schon, aber keine Internetverbindung für den Computer, was wir sonst oft machen. Das erste Hotel war vollkommen ausgebucht aber der Manager erlaubte Georg die Internetverbindung des Hotels zu nutzen um ein anderes zu finden. Ich saß inzwischen 30 min mit den Kids im Auto vor dem Hotel und sah mich gezwungen sie zu unterhalten. Zum Glück stand neben unserem Auto die Statue eines großen, bronzenen Elches und wir konnten einen Gärtner beim Gießen beobachten. Ich erzählte also Tristan, dass der Gärtner nun nach den Blumen dem Elch zu Trinken geben würde und er wartete ganz gespannt darauf. Der Gärtner erfüllte uns diesen Wusch leider nicht, also erklärte ich Tristan, dass der Elche sobald niemand hinsehen würde, zu dem kleinen Brunnen am Rand der Wiese laufen würde, und selbst trinken. Tristan überlegte dann wo er was zu essen herkriegen würde und ich erklärte dann die hübschen Blumentöpfe in der Umgebung zu Elchfutter. Das befriedigte den kleinen Hurricane für eine Weile, dann kam was ich schon vorher hätte überlegen müssen: „Tristan Angst vorm Elch hat!“ Alexander (der inzwischen auch schon völlig begeistert von der Geschichte war) erklärte Tristan, dass Elche nur Blumen fressen – keine kleinen Buben. Die Wortwahl hätte geschickter sein können, denn nun legte Tristan wirklich los: „Angst! Elch groß!“ Bei jeder Bewegung außerhalb des Fenster fuhr er erschreckt herum, scheinbar schon den Elch erwartend. Die letzten 15 min auf Georg warten zogen sich dann ganz schön und wenn ich gewusst hätte, dass der Elch damit in unseren zukünftigen täglichen Gesprächen einen Platz gefunden hatte, wäre mir vielleicht eine andere Geschichte eingefallen. Georg konnte über priceline.com tatsächlich ein tolles Hotel - in der Innenstadt (Vier-Stern) und sehr günstig - auftreiben und wir zogen zufrieden ein, immer noch Tristan versichernd, dass der Elch uns nicht gefolgt wäre. Die Kids brauchten jeden Abend ca. 20 min Radau um die Anspannung des Tages loszuwerden. Wir hielten uns aus diesem Abreagierungszeitraum ziemlich raus, versteckten uns in einer Ecke, wo man am wenigstens mit Stofftieren beworfen oder bekrabbelt werden kann und beobachteten teilweise sprachlos unsere 3 Räuber. Neben Stofftieren und Polstern flogen auch die Wortfetzen (Alexander: get off me, Tristan! I’ve got a cushion and I’m not afraid to use it! Tristan: Elch hin is? Papa .. PAPA! DAD! Yikes! Awsome! Baby haut! Lillian: roooaaahhh hihihihi bloblblobl blobl blobl Da!)   

Am nächsten Tag gingen wir erst mal Frühstücken und entdeckten im Lokal, dass Lillian es wieder mal geschafft hatte, ihre süßen Sandalen zu öffnen und auszuziehen – und eine auch tatsächlich zu verlieren. Nachdem wir nur ein Paar Schuhe für sie mithatten und sie auch echt niedlich waren, lief Georg gleich mal bis fast zum Hotel zurück, konnte sie aber leider nicht finden. Nach dem Frühstück gingen wir noch mal alle zusammen den Weg ab, aber die Sandale blieb leider verschwunden. Lillian saß zufrieden in ihrem Buggy – sie liebt zwar Schuhe, aber ohne ist es ja auch recht nett. Toronto ist eine faszinierende Stadt. DSC02682Neue und alte Bauwerke sind so harmonisch verwoben, wie wir es noch nie gesehen haben. Die Menschenmassen setzten sich aus allen Rassen bunt gemischt zusammen und beleben das so schon einzigartige Ambiente perfekt. Wir blieben alle paar Meter stehen um zu fotografieren, wirklich völlig begeistert. Am ersten Tag stand der CN Tower (Canadian National Tower – höchstes freistehendes Bauwerk der Welt) auf unserem Programm. 2 Stunden waren dafür eingeplant, rauf zu fahren, uns die Stadt von oben anzusehen, dann noch einen motion ride mitzumachen (4D Kino) und uns dann den Hafen anzusehen. Vor dem Tower blieben wir etwas verblüfft vor absoluten Menschenmassen stehen, die scheinbar auch alle auf diesen Turm wollten. Wir zahlten etwas zögernd eine horrende Summe um mit dem Lift rauffahren zu dürfen – mit Extra-Preis für schnelleren Transport, also nur 15 min warten statt 3 Stunden –bis zur ersten Plattform und stellten uns dann gleich an, um die weiteren 33 Stockwerke ganz raufzufahren. Die Schlange der Wartenden bewegt sich an den völlig verglasten Außenwänden entlang, also kann man die Sicht auf Toronto genießen und abwechselnd gingen Georg und ich mit Alexander und Tristan zu einem DSC02623Glasboden–Teil, wo man in 342m Höhe auf Glas steht und hinunterschauen kann. Das ist alles sehr unterhaltsam, aber nach einer Stunde brach der Guerillakrieg der beiden Kleinen zum offenen Kampf aus und Georg brachte in Erfahrung, dass wir noch mindestens eine weitere Stunde warten müssten. DSC02657Zudem traf er jemanden der gerade runterkam und erklärte, dass es die absolute Verschwendung gewesen wäre- ewig warten um sich dann die selbe Sachen von 33 Stockwerken höher anzusehen – völliger Blödsinn. Wir gaben auf und stellten uns in der Schlage an, die wieder auf den Lift runter wartete. Etwas verärgert ob unserer eigenen Dummheit, soviel Zeit verschwendet zu haben, aber klüger fürs Leben. Wir spazierten danach den Hafen entlang und genossen die internationale Atmosphäre die uns wieder mit dieser sagenhaften Stadt versöhnte.

DSC02603Am Sonntag besuchten wir das Royal Ontario Museum (ROM), auch der Kristall genannt, ein tolles Gebäude indem wieder alt mit neu gekonnt verbunden wurde. Auf dem Weg dorthin überlegten wir wieder auf der Straßenseite zu gehen, wo wir nach dem verlorenen Schuh suchen könnten, aber Georg meinte, dass jetzt genug wäre und er mal die andere Seite sehen möchte. DSC02659Also wanderten wir die andere Seite entlang bis Alexander plötzlich begeistert aufschrie und uns Lillians kleine weiß rosa Sandale vor die Nase hielt. Der kleine Schuh hatte einen Straßenblock und eine Straßenüberquerung geschafft und hatte friedlich an einem Parkautomaten hängend auf uns gewartet.

Im Museum entschieden wir uns für die Kinder-Natur Abteilung, die Peru-Ausstellung und natürlich das alte Ägypten (ein Muss für Alexander und mich) und das alte Griechenland.  Alexander war völlig fasziniert von einer Mumie, Tristan konnte zu seinem Erschrecken und seiner Begeisterung einen Elch finden (lieben Dank, Museum!) und Lillian mampfte eine Banane und schlief dann. An ihr gehen kulturelle Ereignisse noch relativ unbeobachtet vorbei.
Am Abend gönnten wir uns wieder mal indisches Essen und gingen dann zu Bett in einer Stadt die wirklich niemals schläft.

Nachdem wir beschlossen hatten noch einen weiteren Tag in Toronto anzuhängen besuchten wir noch das Ontario Science Center, ein wissenschaftliches Museum mit hands-on Experimenten für Kinder. Alexander war stundenlang beschäftigt und Tristan jagte mit Bewegungsmonitoren eingeblendete Fische am Boden. Hin und wieder sah er sich nach dem Elch um, aber der war uns zum Glück diesmal nicht nachgekommen. Wie immer zieht es uns in solchen Einrichtungen in ein IMAX Kino und wir sahen uns den Film über die Mount Everest Besteigung von Tenzing Norgay's Sohn an – die Besteigung, die unmittelbar nach dem furchtbaren Unglück, bei dem 8 Bergsteiger ums Leben kamen, stattfand.

Gegen Abend brachen wir dann auf nach Niagara Falls, knappe 2 Stunden von Toronto entfernt.
Die Stadt Niagara Falls auf der canadischen Seite der Fälle ist ein komplett überlaufenes Touristenmekka, mit kuriosen Museen – z.B. Ripley’s Believe it or Not (Ripley’s Glaub es oder Glaub es nicht Museum), in dem man Sensationen wie eine ausgestopfte Katze mit 2 Köpfen bewundern kann, Geisterbahnen, Wachsmuseen usw. Wer sich fragt: wir haben uns das alles gespart. Alleine die Straße „Cliffton Hills“ runterzufahren ist ein Erlebnis für sich. Neonschilder springen einem ins Gesicht, „Kitsch“ ist viel zu freundlich um das Szenario zu beschreiben, aber das war ja auch nicht weswegen wir gekommen waren. DSC02704Unser Hotel, das Marriott Falls View, lag etwas abseits direkt am canandischen „Horseshoe Fall“. Von unserem Zimmer im 10 Stock konnten wir durch die verglaste Außenwand beide Wasserfälle, eben den canadischen Hufeisenfall und auch den amerikanischen Wasserfall wunderschön sehen. Abends werden beide in bunten Farben bestrahlt und wir genossen das Spektakel von unserem Zimmer aus, Füße hochgelegt, Kiddies im Bett, ein Gläschen Wein in der Hand - das ist Urlaub!

DSC02716Am nächsten Tag wollte ich eigentlich bereits um 9:00 zu unserer „Maid of the Mist“ Bootsfahrt aufbrechen, um Warteschlagen zu vermeiden, aber nachdem wir realistisch die Kids und das Packen unserer Koffer und Verstauen im Auto mitberechnet hatten, war es 11:00 bis wir am Eingang der Bootsausflug Tour standen. Leicht entnervt von den Menschenmassen ließen wir uns vorwärts schieben und entdeckten dann zu unserer Freude, dass wir gegen alle Vermutungen die perfekte Zeit erwischt hatten - absolut keine Wartezeit – wir konnte direkt durchgehen bis aufs Boot! Die „Maid of the Mist“ ist ein Unternehmen, dass seit 1840 Touristen auf ihren Booten ein kurzes Stück den Niagara Fluss rauf direkt in den Hufeisenfall bringt. Natürlich wird man da völlig nass, wie der Name schon verrät (Mist=Nebel/Sprühregen) und erhält deshalb einen blauen Plastikumhang am Eingang. Selbstverständlich weigerten sich sowohl Tristan als auch Lillian diese um- und aufzubehalten. So hatten wir nach kurzer Zeit sehr nasse Kids und relativ nasse Eltern – vom Kampf mit besagten Kids. Ich hatte Lillian am Arm und versuchte sie unter meinem Regenponcho zu halten, aber sie kann recht energisch sein für ihre 14 Monate und Georg bändigte Tristan. Die Fahrt ist kurz, aber unglaublich eindrucksvoll! DSC02765Das kleine Boot (das gar nicht so klein ist, aber so wirkt wenn man die Fälle sieht) fährt langsam am amerikanischen Fall vorbei und in den großen canadischen hinein, bis zum Punkt, wo das Wasser vorne und an beiden Seiten herunterdonnert und man sich vorkommt wie in einer Nussschale. Sogar Tristan erklärte: Awesome!!!! (Großartig!) bevor er sich wieder hinter Georg versteckte. Lillian blinzelte unbeeindruckt in den Sprühregen und Alexander hatte die beste Position ergattert - ganz vorne, wo man klatschnass wird (awesome!).
Schwer zufrieden, dass wir diesen Höhepunkt so problemlos genießen konnten, spazierten wir dann den Fällen entlang auf und ab, aßen eine kleinen snack auf der Terrasse eines der vielen kleinen Restaurants (mit Aussicht auf die Fälle natürlich) und verzichteten auf eine Reise hinter die Fälle – eine Führung, bei der man in Tunneln hinter den Hufeisenfall geführt wird. Die Wartezeit betrug 2 Stunden und wir wurden informiert dass wir Lillian und Tristan eine volle Stunde über unebenes Gelände durch die Tunnel hätten tragen müssen. Beide werden schon ganz schön schwer und kooperieren nicht immer mit dem was wir wollen.
Wir hatten jedoch absolut das Gefühl, genug gesehen zu haben und brachen daher gegen Abend auf um wieder nach Hause zu fahren – zurück in die USA.
Während man auf der Rainbowbridge (Rebenbogenbrücke) vor dem amerikanischen Zoll ansteht, kann man noch einmal die Wasserfälle beobachten. Natürlich wurden wir aus der Reihe geholt, da wir für unser Visum ein neues Formular brauchten und mussten bei der Einwanderung 45 min warten, da die Zollbeamten wie immer über unser abgelaufenes Visum im Pass stolperten und gar nicht nach dem neuen, gültigen, suchten, sondern gleich mal ein Problem vermuteten.
Wieder auf der Straße hatten wir vor in die Nacht hinein zu fahren, nachdem die kleinen Kids eingeschlafen waren und der Große sich wieder einen Film ansah. Wir fuhren bis Pittsburgh, Pennsylvania und sahen uns um 23:00 nach einem Quartier um. Georgs Handykabel war irgendwo in einem der Koffer – also nix mit Internet im Auto – aber wir werden das ja wohl auch einmal wieder so schaffen. Das erste Hotel war ausgebucht, was uns verwunderte, kann aber mal vorkommen. Das nächste auch und das nächste auch. Wir fuhren weiter und bei der nächsten Abfahrt wieder runter. Dieselbe Situation. 11:30. Also weiter. Nächste Abfahrt, 5 Motels, alle ausgebucht. Amerikaner reisen gerne im Sommer. 12:00. 12:30. 1:00. Mittlerweile hatten wir Morgentown, West Virginia erreicht, 4h vor zu Hause. Endlich ein Motel mit freien Zimmern, wir konnten es kaum glauben, ich hatte mich schon im Auto schlafen sehen, was mir nicht so viel ausgemacht hätte zu dem Zeitpunkt, aber Lillian sollte noch nicht so lange in ihrem Autositz sein.

DSC02811Tags darauf hatten wir also nur mehr 4h vor uns, und so nahmen wir uns die Zeit, endlich mal die längst Stahlbogenbrücke der Welt anzusehen – die New River Gorge Bridge. Wir bewunderten sie von allen Seiten, machten 56 Fotos und fuhren dann hinuter in die Schlucht um weiter 24 Fotos von unten zu machen. Dann machten wir uns endgültig den New River entlang auf den Heimweg.

1500 Meilen - 2400 km mehr auf dem Meilenzähler, ein kleines Stück America mehr gesehen.

Last Updated ( Tuesday, 07 August 2007 )
 
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